NX CAM wurde um technische Erweiterungen zur Automatisierung und maschinennahen NC-Programmierung ergänzt. Regelbasierte Strategien und eine erweiterte Maschinenintegration reduzieren Programmieraufwand, erhöhen die Prozesssicherheit und stellen eine konstant hohe Bauteilqualität sicher.
Siemens NX Release 2606
What’s new in NX CAM 2606
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NX Manufacturing (CAM)
NX 2606 erweitert die mit NX 2512 eingeführten Funktionen Background Generate und Fixture Automation. Werkzeugwege werden in einem separaten NX Prozess berechnet, sodass Programmierer ohne Unterbrechung weiterarbeiten können. Gleichzeitig automatisiert die intelligente Spannmittelpositionierung die Ausrichtung und unterstützt eine standardisierte Wiederverwendung. Dadurch werden Programmier- und Rüstzeiten insbesondere bei komplexen Bauteilen mit vielen Operationen reduziert.
Erweiterung der neuen Funktionen aus NX 2512
Background Generate verlagert die Werkzeugwegberechnung in einen sekundären NX Prozess, sodass Programmierer ohne Unterbrechung in der Hauptsitzung weiterarbeiten können. Statusanzeigen zeigen Fortschritt und Warteschlange in Echtzeit, während das intelligente Abhängigkeitsmanagement übergeordnete Operationen während der Berechnung schützt.
Fixture Automation verwendet intelligente Positionierungsalgorithmen, um Spannmittel automatisch am Werkstück auszurichten. Die dynamische Neupositionierung des Bauteils liefert direktes visuelles Feedback, während vereinfachte Dialoge die Verwaltung der Spannmittelbibliothek und die Erstellung von Aufspannungen beschleunigen. Zusammen reduzieren diese Funktionen Wartezeiten, Programmieraufwand und Rüstzeit, insbesondere bei komplexen Bauteilen mit mehreren Operationen und Aufspannungen.
Vor- und Rückwärtsentgraterfräser
NX enthält jetzt einen speziellen Werkzeugtyp für Vor- und Rückwärtsentgraterfräser. Die dafür entwickelte Benutzeroberfläche bietet eindeutig bezeichnete Felder für Vorderwinkel, Rückwinkel, Schneidendurchmesser und Gesamtlänge. ISO-konforme Benennungen werden automatisch angewendet. Dadurch wird eine einheitliche Werkzeugbenennung innerhalb der Werkzeugbibliothek sichergestellt und die Kommunikation mit Werkzeuglieferanten sowie Mitarbeitern in der Fertigung über mehrere Standorte hinweg vereinfacht.
Spezifische Geometrieparameter für das Vor- und Rückwärtsentgraten verbessern die Genauigkeit der Werkzeugdefinition, die Simulationsergebnisse, die Kollisionsprüfung und die Materialabtragskontrolle. Dadurch sinkt das Risiko von Geometrieabweichungen und Fehlern in der Fertigung. Unternehmen mit regelmäßigen Entgratarbeiten sparen Zeit bei der Werkzeugdefinition und erhalten konsistente, wiederverwendbare Werkzeugdatensätze für die gesamte Organisation.
Erweitertes planares Entgraten
Das planare Entgraten unterstützt jetzt Vorwärtsentgrater, Rückwärtsentgrater, Schwalbenschwanzfräser und Kugelfräser. Damit steht für unterschiedliche Kantensituationen jeweils die passende Werkzeuggeometrie zur Verfügung. In einer einzigen Operation können die Oberseite, die Unterseite oder beide Seiten eines planaren Bauteils entgratet werden. Separate Operationen pro Bauteilseite entfallen. Neue Werkzeugwegeinstellungen umfassen eine Überlappungsdistanz für geschlossene Konturen, eine Höhensteuerung für Anfahr- und Rückzugsbewegungen sowie eine lineare Anfahrbewegung für einen gleichmäßigeren und besser vorhersehbaren Werkzeugeintritt. Die Erweiterungen verbessern die Kantenqualität, reduzieren den Programmieraufwand und vermeiden zusätzliche Aufspannungen oder Behelfslösungen.

Erweitertes Planfräsen Zick-Zack
Planfräsen Zick-Zack unterstützt jetzt die Auswahl mehrerer Flächen, wenn der Rohteiltyp auf Dicke eingestellt ist. Mehrere Flächen können in einer einzigen Operation bearbeitet werden. Die Schnittreihenfolge wird dabei entweder vom Anwender festgelegt oder vom System optimiert, um Leerwege zu minimieren. Neue Einstellungen für Bewegungen über Aussparungen und individuell definierbare Schnittwinkel ermöglichen eine präzisere Steuerung des Werkzeugeingriffs und der Oberflächenqualität bei Bauteilen mit Bohrungen, Taschen oder unterbrochenen Flächen. Dadurch werden die Anzahl der Operationen, der manuelle Sortieraufwand und unproduktive Maschinenbewegungen reduziert. Das Ergebnis sind kürzere Programmierzeiten und Bearbeitungszyklen.
Natives adaptives Schruppdrehen mit Rough Turn Adaptive
Rough Turn Adaptive stellt in NX CAM eine native adaptive Schruppdrehstrategie für schwer zerspanbare Werkstoffe wie Hastelloy und Inconel bereit. Die Strategie hält die Spanungsdicke über den gesamten Bearbeitungsverlauf konstant. Dadurch werden Keramikschneidplatten gleichmäßig beansprucht, lokale Belastungsspitzen vermieden und die Werkzeugstandzeit verlängert.
Gleichmäßige Einfahr- und Rückzugsbewegungen reduzieren schlagartige Belastungen, die zu Ausbrüchen oder Rissen an spröden Keramikschneidplatten führen können. Zusätzliche Bereinigungsbahnen in den Eckbereichen gewährleisten einen gleichmäßigen Materialabtrag und vermeiden ungleichmäßige Verschleißbilder. Das Ergebnis sind höhere Zeitspanvolumen, kontrollierte Schnittkräfte und längere Werkzeugstandzeiten. Durch die native Integration in Simulation, Postprocessing und Maschineneinrichtung entfällt zudem der Einsatz separater Lösungen für adaptives Drehen.
Weitere Neuerungen auf einen Blick
NX X Manufacturing
Das aktuelle Release bietet neue reine CAM Pakete, eine vollständige Teamcenter X Integration für verwaltete .nxmv Daten, eine IPW Visualisierung sowie die Unterstützung von Drehbearbeitungen im Manufacturing Viewer. Zusätzlich liefert AI Make Machining Suggestion jetzt verlaufsunabhängige Generative AI Vorschläge und erstellt bei Bedarf automatisch parametrische Werkzeuge. Die Neuerungen verbessern Prozesstransparenz, Datenkonsistenz, Einfahrsicherheit und Programmiereffizienz.
NX On-Machine Probing
NX On-Machine Probing integriert Messen, Ausrichten, Werkzeugkontrolle und adaptive Korrekturen direkt in den CAM-Prozess. Zu den neuen Funktionen gehören standardisierte Werkzeugmesszyklen, intelligente Antastlogik und automatisierte Cut-Measure-Cut-Prozesse. Dadurch wird die Abhängigkeit von maschinenspezifischen Makros reduziert, die First-Time-Right-Qualität erhöht und eine Closed-Loop-Bearbeitung unterstützt.
Integrierte Unterstützung für Werkzeugmesszyklen von Drittanbietern
Integrierte Werkzeugmesszyklen von Blum-Novotest und Renishaw unterstützen sowohl berührungslose Lasermessungen als auch taktile Messverfahren. Die Funktionen umfassen die initiale Messung von Werkzeuglänge und Werkzeugdurchmesser, die Aktualisierung der Verschleißkorrektur sowie die Werkzeugbruchkontrolle für zahlreiche CNC-Steuerungen. Die Ausgabe der Messzyklen erfolgt über die standardisierte Postprozessor-Infrastruktur und steht über den Post Hub zur Verfügung. Separate, maschinenspezifische Makrobibliotheken werden dadurch weitgehend vermieden.
Erweitertes Antasten mit TCL-Logik
TCL-Logikbausteine können in NX CAM Notes eingebettet und während der NC-Code-Generierung als Post-Configurator-Befehle verarbeitet werden. Damit lassen sich Berechnungen, Bedingungen und Variablenzuweisungen auf Basis von Messergebnissen realisieren, ohne den NC-Code manuell anzupassen. Relative Operationsreferenzen ermöglichen die Wiederverwendung von Antastvorlagen für unterschiedliche Bauteile und Aufspannungen.
Closed-Loop-CAM-Automatisierung
Antasten, Ausrichten, Werkzeugmessung und adaptive Bearbeitung werden in einem durchgängigen CAM-Workflow zusammengeführt. Cut-Measure-Cut-Sequenzen können ein Merkmal bearbeiten, das Ergebnis messen, Werkzeugkorrekturen automatisch anwenden und die Bearbeitung ohne Bedienereingriff wiederholen. Standardisierte Postprozessor-Layer gewährleisten eine konsistente, nachvollziehbare und maschinenspezifische NC-Ausgabe und schaffen damit eine belastbare Grundlage für autonome und selbstkorrigierende Fertigungsprozesse.
Mehr Informationen zu den neuen Funktionen finden Sie bei Siemens: What’s new in NX for manufacturing.
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Natalja Glubrecht 


Natalja Glubrecht
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